Mittwoch, 10. September 2014

Widerrufsrecht bei Verbraucherkrediten - Mangelhafte Widerrufsbelehrung kann auch nach längerer Laufzeit Widerruf ermöglichen!

Bei Darlehens- und Kreditverträgen, die ein Verbraucher mit einem Kreditinstitut schließt, räumt der Gesetzgeber dem Verbraucher ein Widerrufsrecht ein. In einer Vielzahl von Fällen sind diese Widerrufsbelehrungen jedoch fehlerhaft. Insbesondere wenn Sie ihren Kreditvertrag nach 2002 abgeschlossen haben kann ein Blick in den Vertrag sinnvoll sein. Hintergrund dessen sind Entscheidungen des BGH über die Fehlerhaftigkeit von Widerrufsbelehrungen. Die Banken haben es versäumt ihre Kreditnehmer umfassend und transparent über ihr Widerrufsrecht zu informieren. 

Dies führt dazu, dass Verbraucher, bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen, auch heute noch eine Widerrufsmöglichkeit haben und jederzeit aus ihrem Darlehensvertrag “aussteigen” können. Die Hamburger Verbraucherzentrale (VZHH) hat kürzlich über 1.800 Immobilienkredite untersucht und ist zu dem Ergebnis gelangt, dass fast 80 Prozent aller Widerrufsbelehrungen fehlerhaft waren. Wir haben jüngst einige Kreditverträge überprüft und unseren Mandanten geholfen die niedrige Zinslage in der europäischen Union für sich zu nutzen. Durch die lange Laufzeit der Kreditverträgen kann es auch nach Jahren ratsam sein, sich von den vereinbarten Zinskonditionen durch die Ausübung des Widerrufes zu lösen. Vor der Ausübung des Widerrufsrechts, sollte man in jedem Fall sachkundigen Rat einholen! Zu bedenken ist zu dem, dass bei einem Widerruf, die ursprüngliche Darlehenssumme binnen 30 Tagen an die Bank zurückgezahlt werden muss.


Rechtsanwalt Dr. Christian Velten, Gießen

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